wohnanlage_tuebingen

wohnanlage in tübingen 2011❚ lageplan❚ längsschnitt❚ freiraumkonzept❚ energiekonzept❚ energiekonzept (plan)

wohnanlage herrenberger strasse 55-59, tübingen
beschränkter wettbewerb 1. preis
beauftragte leistungen: vorentwurf- und entwurfsplanung
planung aussenanlagen: jürgen hertlein, landschaftsarchitekt, münchen
 
 

die prägende ‚blockrandbebauung‘ der tübinger weststadt mit traufständigen ‚einzelvillen‘ entlang der herrenberger strasse wird mit dem neubau zweier 5-geschossiger baukörper fortgeführt. der übergang des blockrandes zur ammer wird mit einem 4-geschossigen baukörper akzentuiert und unterstreicht den geplanten fußgänger- und fahrradsteg in der verlängerung der freiackerstrasse.
  
in ergänzung dazu bilden die 3-geschossigen terrassenhäuser die ‚blockinnenbebauung‘. die versetzte anordnung der häuser zueinander bewirkt eine öffnung nach süden zum grünzug der ammer. es entstehen differenzierte freiräume, die nach norden zunehmend an privatheit gewinnen.
  
die bebauung strebt eine gemischte nutzung der einzelnen bereiche an. die nach norden begrenzenden gebäude an der herrenberger strasse sind im eg mit einer gewerblichen nutzung versehen. die wohnungsgrößen ermöglichen aufteilungen von der single- bis zur familienwohnung. die terrassenhäuser im ‚blockinneren‘ bieten durch ihre geschützte lage größtmögliche privatheit in verbindung mit exklusivem städtischen ambiente.

  
die gesamte anlage ermöglicht durch barrierefreiheit generationengerechtes wohnen in der stadt. eine natürlich belichtete und belüftete tiefgarage verbindet alle gebäude miteinander und verlagert das anwohnerparken unter die autofreie ‚grüne fussgängerterrasse‘.
   

 
 
raumbildung
zonierung in öffentliche (ammerbegleitweg, gehweg herrenberger straße), halböffentliche (verbindung zwischen den öffentlichen bereichen) und wohnungsbezogene freiräume (bereich vor den terrasssen der eg-wohnungen). im quartier entsteht eine mittige bewegungszone, an die seitlich 5 hofartige bereiche anschließen.
    
abbildung der jahreszeiten
verwendung eines weiten spektrums von pflanzenarten (immergrüne gehölze, blütensträucher, gehölze mit unterschiedlichen blattfarben und -formen, gehölze mit auffallender herbstfärbung) um auch innerhalb des bauquartiers den verlauf der jahreszeiten ablesbar und das direkte umfeld in immer wieder anderen vegetationsaspekten erlebbar zu machen.

     

(aus vorentwurfsphase – nicht realisiert)

das energiekonzept für den vorliegenden entwurf strebt an, eine nachhaltige gebäudekonditionierung
1. zu 100% mit regenerativen energien und
2. zur co2-reduzierung ohne verwendung von verbrennungsprozessen
sicherzustellen.
 
  
passive bauliche massnahmen
zunächst wird durch passive, bauliche maßnahmen die voraussetzung für einen optimalen energieeinsatz geschaffen. hierzu werden zum wärmeschutz die bauteile der gebäudehülle hochwärmegedämmt und die innenbauteile zur wärmespeicherung massiv ausgeführt. (hybrides konstruktionsprinzip).
  
aktive massnahmen
zur reduzierung des lüftungswärmebedarfes wird eine lüftungsanlage mit wämrerückgewinnung installiert.
der hieraus resultierende heizwärmebedarf im passivhausstandard von 15kwh/m2 a wird durch eine solar unterstütze geothermie mit einsatz einer wärmepumpe gedeckt.
die solare unterstützung der geothermie ergibt sich aus der im sommer überschüssigen energie der installierten solarthermie–leistung, die über energiepfähle der wärmepumpennutzung in einen erdspeicher eingelagert wird.
durch die verwendung einer wärmepumpe wird die betriebssicherheit gewährleistet. die energiepfähle werden auf einen gängigen cop-wert von 4 ausgelegt.
durch das einlagern von thermischer energie kann der cop der wärmepumpe auf bis zu 8 bis 10 gesteigert und damit die erforderliche elektrische energie zum betrieb der wärmepumpe reduziert werden.
in der beiliegenden konservativen auslegung wird der strombedarf für die wärmepumpe anhand eines cop von 6 angenommen.
  
deckung des anlagenstrombedarfes durch photovoltaik
die energiemengen für die wärmepumpen und hilfsenergien der heizungsanlagen werden durch die vor ort installierte photovoltaikanlage in der jahresbilanz gedeckt und entsprechend der enev 2009 vom endenergiebedarf abgezogen.

damit ergibt sich rechnerisch ein primärenergieaufwand von 0 kwh/m2 a und nach gegenwärtigem stand der enev in der jahresbilanz eine co2-neutrale gebäudekonditionierung.
  
deckung des stromverbrauchs der haushalte durch photovoltaik
weiterhin ist die pv-anlagen zur der deckung des strombedarfes von 1000 kwh/a pro haushalt/wohnung ausgelegt.